Klavierimprovisation

Auch Musiktherapeuten, die noch wenig Erfahrung mit Klavierspiel haben, erhalten Grundlagen zur Improvisation und Liedbegleitung am Klavier.

Pianisten wird gezeigt, wie Musikstücke auf ihre Stimmung und ihre Gefühlsspuren zu analysieren sind und unter Beachtung des zeittypischen und biographischen Stils interpretiert werden müssen, damit die Substanzen des Wirkungspotentials einer Musik zur Geltung kommen.

In der Musiktherapie gilt es jedoch oftmals, Musik von Komponisten nicht werkgetreu darzubieten, sondern sie so zu funktionalisieren, dass die musikimmanenten Wirkungseigenschaften den patientenbezogenen Effekt erzeugen und ihm jene Befindlichkeit ermöglichen, auf der das weitere Vorgehen in der auf ihn ausgerichteten Musiktherapie verfolgt werden kann.

Lernkontrollen über Skype oder durch Zusendung von .mp3-Aufnahmen mit WhatsApp oder Email sind kostenlos.

Siehe dazu Klavierunterricht Prof. Hörmann Münster und den Beitrag Klavierimprovisation.

Das Ziel solchen Musikmachen und Musikhörens darf mit Karl-Heinz Menzen als ‚Participation mystique‘ bezeichnet werden. 

Menzen (2025, S. 171 f.): „Es ist das, was uns zuinnerst berührt, was uns vielleicht lebenslang trägt, was unaussprechlich ist und was bleiben wird. (…) Das, was wir einmal zu finden, zu haben glaubten, finden wir nicht mehr wieder; es sei denn, dass es uns gelänge, in die Zeiten des nicht zu benennenden Augenblicks wieder einzutauchen.

Eine Worterklärung:

‚Participation‘ – aus dem Lateinischen ‚particeps‘ abgeitet von dem Wort capere = fangen, ergreifen; und dem anderen Wort ‚pars‘ = Teil‘. Die Übersetzungen ‚Mitteilung‘ oder ‚Teilhabe‘, sie sagen nicht, was ihr Eigentliches ist: erst recht nicht, was uns von diesem bleibt. An den vielen Begegnungen des Lebens teil zu haben, heißt nicht, dass sie uns fürderhin bloß erinnernd zu eigen sind. „Jetzt schauen wir in einen Spiegel“, sagt der Bibeltext, „und sehen nur rätselhafte Umrisse“, so der Korintherbrief  (Neues Testament, 1 Kor 13,12). Das Geheimnis, das den vielen Brüchen im Leben, den Schnittstellen, den Relationen des Lebens anhängt, es bleibt das, was der Grieche ‚mystikos‘ nannte, also das, wovor man – wie der Wortstamm ‚myo‘ (= griech. schauen) ergänzend sagt, ‚die Augen schließt‘, ’nicht genauer hinzuschauen‘ bereit ist.

“Participation mystique‘, wir sind dabei zu behaupten, dass wir wie die Züge auf dem Gewirr der Gleise nicht immer um die Richtungen wissen, wohin die Fahrt geht. Die Erfahrung gleicht der Suche des einsamen Hauptdarstellers in dem Film ‚Paris Texas‘, einer Suche, die ohne Wiederkehr ist. 

Vielleicht ist es aber genau das, was viele von uns einmal in unserem Leben erfahren, das, was uns dieses ganze Leben hindurch begleitet – und niemals vergessen sein sollte. Vielleicht ist es eine Weise der Empathie, der ‚Sympathie‘ (griech.: einer ‚miterregenden Form‘ des Berührtseins). Es ist jene einfühlend erregte Befindlichkeit, „im Gegensatz zur intellektualisierenden Optik“, es ist eine „Intuition“, sagt Vladimir Jankélévitch, der Philosoph, Musiker, Komponist; er bekennt sich zu dem „unfasslichen Wesen“ jener Zustände.  

Es ist eine mythische Zuständlichkeit, eine Gelegenheit, die Geschichte anders als rational zu begreifen, sagt Wim Wenders. Es ist eine Geschichte, die wie angedeutet, ‚ohne Wiederkehr‘, selbst der Reflexion kaum zugänglich ist.“ 

Menzen, K.-H. (2025). Ich-Werdung. Wie das Bewusstsein die Welt berührt.
Zug/Schweiz: Die Graue Edition. 

Autor: Musiktherapie

Univ.-Prof. Dr. Dr. Karl Hörmann www.karl-hoermann.de

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